Hannover, Landeshauptstadt, Großer Garten mit Gebäuden, Gruppe baulicher Anlagen
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Der Große Garten von Hannover weist eine rechteckige Grundfläche in Südwest Ausrichtung auf. Seine Flächengliederung ist streng geometrisch und in eine Parterre- und eine Boskettfläche eingeteilt. Heute bildet der Große Garten die Entwicklungsphasen vom 17. bis zum 21. Jahrhundert ab. Die Entwicklung des Barockgartens begann mit der Errichtung des Schlosses unter Johann Friedrich von Braunschweig Lüneburg ab 1665. Zunächst entstand südwestlich vom Schloss ein Lustgarten, der ab 1696 unter Herzog Ernst August und seiner Gemahlin Sophie von der Pfalz nach Süden erweitert wurde. Bei dem jetzigen Schloss, das 2013 fertig gestellt wurde, handelt es sich um eine Rekonstruktion des Laves-Baus von 1818. Nördlich vor dem Schloss liegt ein halbkreisförmiger Ehrenhof der von einer Backsteinmauer umgeben ist. Östlich vom Schloss gliedern sich das Arne Jacobsen Foyer von 1966 und das Galeriegebäude von 1698 an. Nördlich der Galerie steht die Orangerie von 1720. Westlich neben dem Ehrenhof befinden sich die ehemaligen Pagenhäuser und Bediensteten Wohnhäuser, das Hardenbergsche Haus, das Fürstenhaus mit Nebengebäuden und die ehemalige Meierei. Am Schloss gliedern sich im Westen und Osten eingeschossige Schlossbauten an, die nach Süden ausgerichtet sind. An diese schließen sich im Osten die Große Kaskade und im Westen die Grotte, mit der Ausgestaltung des Entwurfs von Niki de Saint Phalle im Inneren (2001-2003), an. Im Schlossbereich lagen ursprünglich die Sondergärten (von West nach Ost) das Apfelstück, als heutiger Betriebshof, der Feigengarten, der mittlerweile durch die Schlossgastronomie genutzt wird, der fürstliche Privatgarten, der in den 1990er Jahren zu einem Blumengarten umgestaltet wurde und der Orangeriegarten, eine Neugestaltung von 1965. Auf diese Gärten folgt südwestlich das Parterre, das sich aus dem Lustgarten vom Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte und in den 1930er Jahren durch die Stadt Hannover von einem schlichten Rasenparterre in ein Broderieparterre umgestaltet wurde. Auch die Glockenfontäne im Zentrum des Parterres stammt aus dieser Zeit, wie auch der Irrgarten und die Aussichtsplattform im Westen. Das Heckentheater im Osten ist zwischen 1689-1692 unter der Leitung von Bernd Westermann entstanden. Südwestlich des Parterres liegen vier quadratische Wasserbecken, die ursprünglich 1697 als Schwanenteiche ausgebildet wurden und ebenfalls in den 1930er Jahren umgestaltet wurden. Die Wasserbecken bilden die Grenze der Parterrezone und führen in die Boskettzone über. Eine Achse, ausgehend von der Mittelachse des Schlosses führt nach Südwesten durch den gesamten Garten und verbindet die beiden Gartenteile miteinander. Zu Beginn der Boskettzone liegen die acht Sondergärten, Springwassergarten, Rosengarten, Rokokogarten, Niederdeutscher Blumengarten, Inselgarten, Rasengarten, Barockgarten und Renaissancegarten, die ebenfalls in den 1930er Jahren neu gestaltet wurden. Westlich und östlich davon die Boskettgärten mit Holzpavillons, die zu der ursprünglichen Planung des Barockgartens gehörten. Südlich vom „Barock- und Renaissancegarten“ steht das Sophiendenkmal von 1878. Das Grundraster der Boskettzone besteht aus vier Quadraten mit rechtwinkligem Wegesystem und einem Allenkreuz aus Linden, das von Diagonalen überlagert wird, wodurch 32 Dreiecke, sogenannte „Triangeln“ entstehen, die durch Hainbuchenhecken mit innenliegendem Baumbestand eingefasst werden. Durch das Raster ergeben sich fünf Wegesterne, deren Mittelpunkte durch Fontänenbecken betont werden. Im Zentrum der südlichen Hälfte liegt das große Fontänenbecken mit der Großen Fontäne von 1720. Im Osten, Süden und Westen wird der Garten durch eine 20 Meter breite Graft begrenzt, die von einem grasbewachsenen Wall umgeben wird, um die Anlage vor Überflutungen zu schützen. Im Inneren wird die Graft von einer dreireihigen Lindenallee begleitet, die auf die Pavillons am Südwestende des Gartens ausgerichtet ist und von Louis Remy de la Fosse 1708 entworfen wurden. Die Friedrikenbrücke von 1840 im Osten der Graft bildet den Übergang in den Georgengarten.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Herrenhausen
- Gemarkung
- Herrenhausen
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Schaumburgstraße · 318 m
- Hannover Herrenhäuser Gärten · 394 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)