Hannover, Landeshauptstadt, Bettfedernfabrik (FAUST), Gruppe baulicher Anlagen
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Im nördlichen Teil von Linden-Nord, wo Ihme und Leine zusammenfließen, befindet sich das Gelände der ehemaligen Bettfedern- und Daunenfabrik Werner & Ehlers. Hier wurden seit 1890 unter Nutzung des natürlichen Wasserlaufs mit einem eigens entwickelten Nassreinigungsverfahren Bettfedern gewaschen. Werner & Ehlers bekam damit eine führende Rolle in der aufgrund der großen Nachfrage schnell gewachsenen Branche. Steigender Wettbewerbsdruck und die Einführung von synthetischen Materialien führten 1990 zur Insolvenz des Betriebs. Bereits 1991 wurde der Verein FAUST (Fabrik-Umnutzung und Stadtkultur) gegründet, um die stillgelegte Fabrikanlage als Kulturzentrum zu nutzen. Die Straße auf südlicher Seite am Haupteingang bekam 1997 den Namen "Zur Bettfedernfabrik". FAUST, inzwischen Stiftung, ist heute eins der größten Kulturzentren für Kunstausstellungen, Musik-, Literatur- und Theaterveranstaltungen in Hannover. Daneben wird das Gelände gewerblich und gastronomisch genutzt.
Zu den Bestandteilen der geschützten Gruppe baulicher Anlagen gehört das im östlichen Teil gelegene sogenannte zweigeschossige Kesselhaus, das mit seinem großen Schornstein die Umgebung weithin sichtbar prägt und gleichzeitig mit seiner umfangreich erhaltenen Ausstattung ein herausragendes Industriedenkmal ist. Im Zentrum der Anlage befindet sich die 1954/55 gebaute "Zinsser-Halle", benannt nach dem Architekten Ernst Zinsser (1904-1985), der einer der einflussreichsten hannoverschen Architekten der Nachkriegszeit war. Das flachgedeckte rote Backsteingebäude mit großen Fensterflächen wurde in den 1960er Jahren durch einen Anbau erweitert. Vom östlichen Teil mit Kesselhaus, Zinsserhalle, der ehemaligen Warenannahme und der Verwaltung trennt eine über eine Tordurchfahrt erreichbare Mittelstraße den westlichen Abschnitt. Dort befinden sich aneinandergereiht mehrere giebelständige Fabrikgebäude, überwiegend aus der Nachkriegszeit. Die straßenbildprägenden Fassaden zur Leinaustraße sind Teil einer Fabrikhalle von 1913, sie präsentieren sich vereinheitlicht mit Staffelgiebeln und Mauerabschnitten, die mit Ziegelziersetzungen und hellen Putzflächen dekorativ geschmückt sind. Auch zum Leineufer ist die Abgrenzung des Fabrikgeländes noch durch historische Bauten markiert.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Linden
- Gemarkung
- Linden
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Leinaustraße · 401 m
- Hannover Glocksee/Betriebshof · 573 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)