Hannover, Landeshauptstadt, Am Lindenhofe 16, St. Petri-Kirche
Aufnahmen: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege (Lizenz CC BY-SA 4.0)
Sich östlich der Leine auf einem von den Straßen Am Lindenhofe, Frobösestraße und Brückstraße umgebenen Grundstück befindender, wohl erstmals 1320 erwähnter Kirchstandort. Von der alten mittelalterlichen St. Petri-Kirche des 14. Jahrhunderts ist der massive, im Grundriss nahezu quadratische, auf einem mit Hohlkehle versehenen Sockel und einem umlaufenden Kaffgesims in Höhe des ersten Geschosses ausgeführte Westturm aus Bruchsteinmauerwerk mit Eckquaderung erhalten. Er wurde 1913, stilistisch angepasst, in Bruchsteinmauerwerk aufgestockt, erhielt im neuen Glockengeschoss an jeder Fassadenseite zwei lanzettförmige Fenster, die als Schallöffnungen fungieren, und einen neuen, schiefergedeckten, spitzen Pyramidalhelm mit Ecktürmchen und kleinen, allseitig vorhandenen Uhrengiebeln. Das nach Osten zur Straße Am Lindenhofe anschließende barocke Kirchenschiff aus dem Jahr 1710 wurde in den 1890er Jahren in neugotischer Form umgestaltet und im Zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen im Herbst 1943 schwer geschädigt, später abgetragen und 1949 durch einen Systemneubau des Architekten Otto Bartning (1883-1959) aus dem sogenannten Notkirchenprogramm ersetzt. Die teilweise durch Spenden von Lutheranern aus dem Ausland finanzierte und teilweise in Eigenleistung der Kirchgemeinde aufgebaute Bartningsche Notkirche besteht aus einer standardisierten Konstruktion von 18 vorgefertigten, winkelförmigen Holz-Nagel-Bindern, die Kirchenaußenwände wurden aus rotem Backstein, der aus vor Ort vorgefundenen Trümmern gewonnen wurde, aufgebaut. Dabei wurden geborgene Spolien aus der alten Kirche in die Außenwände integriert, darunter mehrere Epitaphe an den Außenfassaden und im Chorbereich, hier den Altar umgebend. Schlichter, zeltartig wirkender, einschiffiger Saal mit 5/10-Schluss und Satteldach. Zwischen Außenwandoberkante und Traufe eingefügtes Lichtband, 1963 nach einem Entwurf der Künstlerin Ruth Margraf (1929-2006), in Zusammenarbeit mit Karl-Otto Margraf und der Glaswerkstatt Berkentin in Lübeck als sogenannte „Lichtmauer“ mittels dichtem Bleinetz und Farbglas umgestaltet.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Döhren
- Adresse
- Am Lindenhofe 16
- Gemarkung
- Döhren
ÖPNV in der Nähe
- Hannover Landwehrstraße · 93 m
- Hannover Neckarstraße · 297 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)