Lüneburg, Hansestadt, Sülfmeisterstraße 1, Saline Lüneburg
Heterogener Gebäudekomplex von 50 m Länge und 60 m Breite, teilweise massiv in Backstein aufgeführt, teilweise als Fachwerkbau mit Backsteinausfachung. An der Ostseite mit einem Vorderbau in Holzkonstruktion und Pultdach in nord-südlicher Ausrichtung mit einer Laderampe und Zugängen. Nach Westen schließen drei Hallenbauten an, nach Süden ein zweigeschossiger Gebäudeabschnitt. Die Ostfassade ist regelmäßig durch Lisenen gegliedert. Dazwischen sind weitgehend original erhaltene Schiebetore und hochgelegene Fensteröffnungen mit Eisensprossengliederung angeordnet. Die nördliche Außenwand ist in Fachwerk ausgeführt und teilweise durch Betonstreben ergänzt. Diese auch an der rückseitigen Westwand, die massiv aufgeführt ist und unter flachen Dreieckgiebeln mit betontem Ortgang die dreiteilige Hallenstruktur zeigt. Jeder Giebelabschnitt gliedert sich in fünf Rechteckblenden mit eisenversprossten Rechteckfenstern und wird von rustizierten Lisenen gerahmt. Über die flachgeneigten Dächer ragen jeweils vier Lüftungskaminen der ehemaligen Siedepfannen über die Hallen. Die zweigeschossige Südseite in Massivbauweise ist durch eine Fensterreihung und Lisenenvorlagen strukturiert. Errichtet wurden 1923-1924 zwei Hallentrakte mit je vier Siedepfannen, ergänzt um den Backsteinanbau mit Sozialräumen und 1939 erweitert um den nördlichen Hallentrakt in Fachwerkkonstruktion mit zwei weiteren Siedepfannen. Teilweise sind vorhandene Vorgängerbauten einbezogen worden. Im südlichen Hallentrakt sind Teile der Ausstattung erhalten. Dazu gehören die Siedepfanne 1 mit Unterpfanne im Untergeschoss, ein Solerüssel mit Einfüllschlauch zum Befüllen der Pfanne nach Ablassen der Sole, die Rakelanlage der Pfanne 1 mit elektrischem Antrieb zum Abschöpfen der Salzkristalle, Transportbänder zum Transport des Salzes zur ehemaligen Trocknungsanlage. Von dieser ist der Wirbelschichttrockner, jedoch ohne zugehörige Zentrifuge, erhalten. Für diesen, der ebenfalls im Zusammenhang mit der Umstellung auf Ölfeuerung steht, befindet sich im gleichen Raum ein kleiner Öltank. Nach Trocknung wurde das Salz zu einer der ursprünglich sechs Bahnstraßen geleitet, von denen die Bahnstraße 2, jedoch nun im benachbarten Raum gelegen, mit Transmission überkommen ist. Zwei von ursprünglich vier Silos mit Abfülltrichtern und einem Fassungsvermögen von 5t sind erhalten, aber nicht an die Bahnstraße angeschlossen. Im Untergeschoss befinden sich neben der Unterpfanne die Soleleitungen, die die Sole von den Solebehältern in das Siedehaus geleitet haben, sowie Ölleitungen und ein Tagesöltank für die Ölfeuerung und zwei Brenner. Die Saline wurde 1956/58 auf Ölfeuerung umgestellt. Von der ursprünglichen Kohlefeuerung ist kein Zeugnis erhalten.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Lüneburg
- Adresse
- Sülfmeisterstraße 1
- Gemarkung
- Lüneburg
ÖPNV in der Nähe
- Lüneburg, Lambertiplatz · 200 m
- Lüneburg, Am Bargenturm · 213 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)