Lüneburg, Hansestadt, Kalandstraße 12, Kalandhaus
Giebelständiger zweigeschossiger Backsteinbau mit Satteldach in Ziegeldeckung, rückwärtig Reste des alten Giebels erhalten. Errichtet um 1480 von der Lüneburger Kalandbruderschaft, einer Vereinigung für wohltätige Zwecke. Nach der Auflösung des Kalands im Zuge der Reformation 1532 diente das bestehende Haus dem Rektor des Johanneums als Dienstwohnung. 1874 baute man die Diele zur Turnhalle um und richtete auch das Obergeschoss für schulische Zwecke her. 1896 wurde das Haus unter Stadtbaurat Richard Wilhelm Kampf und Regierungsbauführer Stubbe saniert und dabei die straßenseitige Fassade nach altem Muster mit der Neuverblendung des Unterbaus und nach Abtrag des zwischenzeitlich begradigten Giebels mit einer Rekonstruktion des siebenteiligen Staffelgiebels erneuert. Der Steinlieferant hierfür waren die Ullersdorfer Werke in Schlesien, die Glasmalereien des Oberlichts der spitzbogigen Eingangstür (entsprechend dem Siegel des Kalands Christus in der Mandorla mit den Marterwerkzeugen) sowie der Buntglasfenster beiderseits des Eingangs (Wappen der Lüneburger Geschlechter, die um 1500 Mitglieder der Kalandbruderschaft waren) fertigte die Hannoversche Firma Henning und Andres an. Reiche Verwendung glasierter Ziegel im Wechsel mit rotem Backstein prägen die Fassade, mittig sitzt ein spitzbogiges Portal, mit reich profiliertem Gewände in Taustein. Im Luchtgeschoss über der Diele abwechselnd Stichbogenfenster und -nischen, die Geschosstrennung ist durch Friese aus gerolltem Blattwerk und drei Figurennischen akzentuiert.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Lüneburg
- Adresse
- Kalandstraße 12
- Gemarkung
- Lüneburg
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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)