Gfg. Lohheide, Straße Belsen-Meißendorf, sowjetischer Kriegsgräberfriedhof Hörsten
Sowjetischer Kriegsgräberfriedhof mit Massengräbern und Einzelgräbern von ca. 20.0000 Toten, die im Zeitraum zwischen 1941-1945 in deutscher Kriegsgefangenschaft aufgrund brutaler Behandlungen, schlechter und mangelnder Verpflegung und medizinischer Versorgung ums Leben gekommen sind. Darunter 19.600 sowjetische Kriegsgefangene, davon um die 5.000, die bis November 1941 in Einzelgräbern bestattet wurden. Der Großteil der Kriegsgefangenen wurde zwischen November 1941 - 1944 in Massengräbern beerdigt. In der Nähe des Eingangs an der Panzerringstraße befinden sich Einzelgräber von acht polnischen Kriegsgefangenen und einer polnischen Soldatin der Armia Krajowa. Im Süden der Anlage befanden sich ursprünglich 142 Einzelgräber italienischer Kriegsgefangener, die 1957 in ihre Heimat oder auf die zentrale Anlage in Hamburg-Öjendorf umgebettet wurden. Die Massen- und Einzelgräber sind als Hügel ausgestaltet und mit Heide, Birken, Ebereschen und zum Teil Wildrosen bepflanzt. Auf dem Friedhof befinden sich die Jahressteine von 1941, 1942 und 1943, die die einzelnen Erweiterungsabschnitte des Friedhofs markieren. Zudem eine Nachbildung des sowjetischen Ehrenmals “trauerndes Mädchen” von Mykola Muchin und ein deutscher Gedenkstein von 1968. Der Friedhof wird seit 1964 von einem zwei Meter hohen Erdwall eingefriedet, der durch ein internationales Jugendworkcamp “Versöhnung über den Gräbern" geschaffen wurde. Die Wege sind mit Betonplatten ausgelegt. Zwischen den Gräbern vorwiegend Rasenwege. Die Gestaltung der Friedhofsanlage wurde zwischen 1942 bis 2015 mehrmals verändert. Im Südosten der Fussweg zur Gedenkstätte Bergen-Belsen.
Nach den Richtlinien der internationalen Genfer Konvention von 1929 war für Kriegsgefangene eine Erdbestattung im Einzelgrab mit Sarg vorzusehen, sowie die Beschriftung des Grabes mit allen notwendigen Angaben und die Eintragung in ein Listenverzeichnis. Bis zum Massensterben ab November 1941 kam die Wehrmacht diesen Vorgaben auch nach. Bei der Anlage der Massengräber wurden die Vorgaben allerdings nicht mehr erfüllt. Lediglich der Lagerarzt ließ nach dem ersten Massensterben 1942 einen Friedhof mit Grabhügeln, Wegen, einer Umzäunung und einer Bepflanzung aus Heide, Kronsbeeren, Birken und Wildrosen anlegen. 1944 kam es zur Generalüberholung der "Feindgräber", wozu die Instandhaltung von Grabkreuzen, eine einfache Bepflanzung und die Unkrautentfernung gehörte. Polnische Verstorbene wurden in getrennten Flächen in Einzelgräbern beerdigt und die italienischen Militärinternierten in Einzelgräbern mit Grabkreuzen aus Birkenholz mit Namen südlich der bisherigen Friedhofsfläche. Die Fläche wurde durch ein Holzkreuz mit der Inschrift “Cimitero Italiano” gekennzeichnet. Unmittelbar nach Kriegsende erfolgten erste Umgestaltungen durch die sowjetische Militärmission mit der Aufstellung des Ehrenmals “Trauerndes Mädchen” von Mykola Muchin. In den 1960er Jahren erfolgte eine Umgestaltung aufgrund mehrerer Beschwerden über die Verwahrlosung des Friedhofs. Dabei wurde das Wegesystem geändert und Wege teilweise auch über Grabflächen geführt. 2015 erfolgte eine erneute Umgestaltung.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Lohheide
- Adresse
- Straße Belsen-Meißendorf
- Gemarkung
- Lohheide
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)