Upgant-Schott, Wirdumer Straße 4, Gulfhaus
Großer Polderhof in Einzellage unweit des Geestrandes, Gulfhaus des ostfriesischen Typs, der Wohnteil nach Westen orientiert, die Diele im Süden. Das große, rechteckige Hofgrundstück (im Südosten von der Wirdumer Straße schräg angeschnitten) von markanter Baumreihe eingefasst.
Der Wohnteil im Kern ein zweiräumiges Steinhaus mit Upkammer im Norden, dessen First ursprünglich Nord-Süd gerichtet war. Nach Ausweis der großen Backsteinformate und der an Bauspuren erkennbaren ursprünglichen schmalen, einbahnigen Fenster spätestens in der Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet.
An die östliche Traufseite dieses Steinhauses wurde 1713 (Datierung durch Maueranker und Datierungsstein, gestützt durch dendrochronologische Datierung kurz nach 1710) unter Zwischenschaltung eines Querflures eine Gulfscheune in Oberrähmzimmerung mit stallseitigem Balkenüberstand angebaut. Die Gerüstteile bestehen aus offenbar geflößten Kieferhölzern, die Kopfbänder z. T. aus zweitverwendeten Eichenhölzern.
Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde das alte Steinhaus in Verlängerung der Scheune überbaut. Dazu wurden die Giebel sowie das gesamte Dachwerk des „Steinhauses“ abgetragen und der Wohnteil sowie die neuerrichtete Gulfscheune mit einem einheitlichen Dach von gleicher Firsthöhe und Firstausrichtung versehen. Dadurch wurde die ehemalige „Steinhaus“-Westtraufwand zum jetzigen, abgewalmten Wohngiebel.
Das Scheunengerüst wurde 1869 verlängert, doch brannte diese Verlängerung sowie möglicherweise ein anschließender Bereich des Kerngerüstes in den 1930er Jahren ab. Dieser Teil der Scheune wurde anschließend in herkömmlicher Weise wieder aufgebaut und der ebenfalls abgewalmte Giebel unter Verwendung der Maueranker von 1869 neu errichtet.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Upgant-Schott
- Adresse
- Wirdumer Straße 4
- Gemarkung
- Upgant-Schott
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)