„Die Lese-Rampe“ präsentiert: Andreas Mand
Sein erstes Buch veröffentlichte Andreas Mand mit 23 Jahren. Nach dem Schulabschluss in Krefeld studierte er Medienwissenschaften in Osnabrück, war als Musiker aktiv und weiterhin literarisch tätig. Mands autofiktionale Romane erschienen in renommierten Literaturverlagen wie Maro, Ammann, Residenz. Seine Romane speisen sich aus eigenen Erfahrungen. In „Kleinstadthelden“ gelingt ihm, so Thomas Groß in der taz, „eine Archäologie des Jargons, die mit viel Hingabe an die Irrtümer, Anmaßungen und Fehleinschätzungen des Personals betrieben wird.“ Mand gewährt Einblicke in „Nischen, die sie sich in Osnabrücker Hinterhäusern geschaffen haben.“
Mand fand durchweg den Beifall der Literaturkritik in den gehobenen Feuilletons. Willi Winkler verglich Mand im „Spiegel“ mit F. Scott Fitzgerald, Tilman Spreckelsen stellte ihn der FAZ-Leserschaft vor als „äußerst sensiblen Chronisten der letzten 30 Jahre.“ „Viele gute Szenen“ attestierte Wilhelm Genazino in der „Zeit“.
Der Deutschlandfunk porträtierte Andreas Mand mit den Worten, er habe „(…) schon in den 80er Jahren begonnen, dem eigenen und dem fremden Leben seiner Altersgenossen mit dichten Beschreibungen nachzuspüren, er hat Bücher wie ‚Grovers Erfindung‘ oder ‚Das rote Schiff‘ geschrieben und darin das Leben im Pfarrhaushalt der 60er genauso wie das WG-Leben unter Studenten im Osnabrück der 80er Jahre inspiziert: Die Lebensentwürfe, die Beziehungen, die kleinen Niederlagen, die Tagträume – immer nahe am Alltag mit seinen Reibereien (…)“
Mand war für den Klagenfurter Bachmann-Preis vorgeschlagen, gewann den Niederrheinischen Literaturpreis. 2017 erhielt er das Stipendium der Künstlerresidenz Villa Aurora in Los Angeles, ehemals das Zuhause der exilierten Familie Lion Feuchtwangers. Ausgewählt hatte ihn eine hochkarätige Jury, bestehend aus der Kritikerin und Herausgeberin Verena Auffermann, dem Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin Dr. Florian Höllerer, FAZ-Kritikerin Dr. Wiebke Porombka, dem Kritiker und Moderator Denis Scheck sowie FAZ-Redakteur Hubert Spiegel.
In den 90er Jahren lebte Andreas Mand in Berlin, danach im Ruhrgebiet und in Ostwestfalen-Lippe.
Bis heute hat Mand 15 Bücher veröffentlicht, darunter mit „Das Grover Spiel / Proberaum Ewigkeit“ einen Band mit zwei Theaterstücken. 2026 meldet sich Mand nach längerer Pause mit „Pauli, Distant Caretaker“ zurück. Hauptfigur ist einmal mehr Paul Schade, dessen Lebensweg sich in Mands Romanen „Das rote Schiff“ (1994), „Kleinstadthelden“ (1996), „Vaterkind“ (2001), „Paul und die Beatmaschine“ (2006) nachverfolgen lässt, ein Entwicklungsroman in mehreren Bänden und zugleich eine umfassende Chronik der um 1960 geborenen Generation.
Im neuen Buch kämpfen Pauls Söhne gegen Rechtsradikale und Online-Monster, während Pauli, ein gesundheitlich schwächelnder, nicht nur äußerlich ergrauter Mittfünfziger, in seinem prekären Kulturjob renitente Lokalkünstler betreut, seine noch halbwegs selbstständige Mutter im Ruhrgebiet besucht und sich mit einer gewissen inneren Distanz um alle kümmert.
Am 25.9.2026 ist Mand zum zweiten Mal nach 2018 zu Gast in der Osnabrücker Literaturreihe„Die Lese-Rampe“ – im Gewölbe unter dem Osnabrücker Schloss, in dem er in den Achtzigern Seminare besuchte.
„Die Lese-Rampe” wird gefördert von der Stadt Osnabrück und dem Landschaftsverband Osnabrücker Land mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
- Veranstalter
- Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land mbH
- Ort
- Neuer Graben 29, 49074 Osnabrück
- Eintritt
- Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.
Quelle: Harald Keller, Niedersachsen Hub (Lizenz CC0)