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Martfeld, Kirchstraße 11, Pastors Hus

Pfarrhaus · Einzeldenkmal · Martfeld

Giebelständiger eingeschossiger Fachwerkbau mit Lehm-Stroh-Ausfachung auf Staken. Mit ziegelgedecktem Satteldach, dieses giebelseitig vorkragend über geschwungenen und geschnitzten Knaggen, Verzierung mit Taubändern. Große unregelmäßige Gefache. Errichtet 1535 (d und i) als Pfarrhaus des ersten reformatorischen Pfarrers von Martfeld im östlichen Bereich des Pfarrgartens (Eichenweg 2), nach 1538 als Pfarrwitwen-Wohnhaus genutzt, hierfür baulich mit Kübbungen erweitert und bis 1791 (d und i) schließlich eingehaust in ein größeres Wohn-/Wirtschaftsgebäude. 2020 wurde das Haus des 18. Jahrhunderts abgetragen, das frühneuzeitliche Pfarrhaus wieder freigelegt und an den heutigen Standort an der Kirchstraße 11 verrollt. Am neuen Standort auf einem Feldsteinfundament, das teilweise ebenfalls vom alten Standort stammt, bis März 2022 wieder errichtet, dabei Beibehaltung von großen Teilen der ursprünglichen Konstruktion inklusive der Deckenbohlen oberhalb des Innenraums und Teilen der originalen Stroh-Lehm-Ausfachung; Ergänzung verlorengegangener Substanz durch dem Original nachgebildete Teile. Firstpfannen in Kalkmörtel verlegt, Giebelverbretterung mit aus dem Stamm geschnitten großen Bohlen, Rekonstruktion des Herdrähms über Zapfenlöcher und der Herdstelle über den entsprechenden Lehm-Stampf-Boden am alten Standort; neues Lehm-Stroh-Gemisch mit 10 Prozent Kuhfladen zur Konservierung versetzt; darauf ein abschließender Lehmputz. Türen und Fenster nach alten Vorbildern ergänzt; Fußboden aus Weser-Sandstein-Platten. Die Inschrift im bauzeitlichen Giebelbalken lautet: „ANNO D[OMI]NI 153V“: „Im Jahre des Herrn 1535“. Heute genutzt als Museum zur Reformationsgeschichte.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Martfeld
Adresse
Kirchstraße 11
Gemarkung
Martfeld

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)