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Lehre, Heeresmunitionsanstalt Lehre, Gruppe baulicher Anlagen

Militärgebäude · Teil einer Denkmalgruppe (Ensemble) · Lehre

Große Produktionsanlage mit typisierten Gebäuden. Im Süden des Areals befinden sich Mehrfamilienwohnhäusern für das ehemalige Wach- und Aufsichtspersonal mit zugehörigen ehemaligen Stall- und Scheunengebäuden. Im Westen der Anlage reihen sich die alten Lagerhäuser entlang des ehemaligen Bahnanschlusses aneinander, dort lag der Umschlagplatz mit Verladebahnhof. Zwischen diesen Lagerhäusern und den Bunkern im Osten sind die eigentlichen Produktionsgebäude, die Munitionsarbeiterhäuser (MAH) angeordnet.
Im Jahre 1934 begannen die Vorbereitungen für die Errichtung der Heeresmunitionsanstalt Lehre, hierbei erwarb die Wehrmacht rund 160 ha Gelände im Forst Kampstüh östlich der Ortschaft. Die Anlage bestand ursprünglich aus rund 100 Gebäuden, die in die Bereiche Verwaltung und Bewirtschaftung, Fertigung sowie Lagerung unterteilt wurden. Zudem verfügte die Anlage ab 1935 einen Anschlussgleis zum Bahnhof Lehre, zur Sicherstellung des An- und Abtransports von Baumaterial und Produkten, sowie ab 1940 ein eigenes Wasserwerk und einen eigenen Sprengplatz bei Beienrode. Die Produktionsstätte in Lehre stellte Munition für Infanteriewaffen und Tellerminen, sowie Panzergranaten und Munition für Artillerie-Geschütze her, ab 1944 wurden auch Lost- und Tabungranaten eingelagert. Im Februar 1937 wurde in der Umgebung ein Reichsdienst-Lager errichtet, 1939 folgte unmittelbar am Westrand des Areals ein Lager für arbeitsverpflichtete Frauen. 1941 wurden elf Baracken für sowjetische Kriegsgefangene errichtet, die bis zum Kriegsende in der „Muna“ eingesetzt wurden. Am 11. April 1945 wurde der Raum Lehre durch die Soldaten der 5. US-Panzerdivision befreit und die Munitionsanstalt wurde an die britische Besatzung übergeben. Nachdem das britische Militär 1951 die Liegenschaft verließ, diente die „Muna“ als Teilelager der Volkswagen AG sowie als Stadtortmunitionsniederlage der Bundeswehr. Ein Teil der heutigen Gebäudebestandes befindet sich heute in Privatbesitz zu Wohn- und Gewerbezwecken.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Lehre
Gemarkung
Lehre

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)