Ev.-luth. Marienkirche Woquard

Die Marienkirche wurde im Jahr 1790 erbaut nachdem das hier vorhandene Gotteshaus eingestürzt war. Sie ist eine der wenigen Rokokokirchen Ostfrieslands. Da die Woquarder den Bau ihrer Kirche selbst finanzierten, errichteten sie zunächst nur das Gotteshaus ohne Turm. Erst im Jahre 1865 wurde der 22 m hohe Turm mit vier kleinen Spitztürmchen an den oberen Ecken angebaut. In diesem Turm hängt die älteste Glocke Ostfrieslands. Sie stammt noch aus der Vorgängerkirche. Somit ist davon auszugehen, dass diese aus dem Jahre 1250 stammt oder noch älter ist. Im Inneren der Kirche erklingt das letzte Werk des Wittmunder Orgelbauers Hinrich-Just-Müller aus dem Jahre 1804. Die Orgel besitzt einen auffallenden Rokokoprospekt, der noch so erhalten ist, wie ihn Müller geschaffen hat. Auch an den Registern der Orgel wurden im Laufe der Jahre keine Veränderungen vorgenommen. Der weiße Kanzelaltar – Alter und Kanzel übereinander angeordnet – aus dem Jahr 1790 ist eine Seltenheit in Ostfriesland. Üblicherweise stehen die Kanzeln sonst rechts oder links vom Altar. Dass Woquard neben Pewsum und Loquard die einzige evangelisch-lutherische Kirchengemeinde der Krummhörn ist, erklärt ein kleiner Ausflug in die Geschichte: Im Jahre 1565 übernahm Graf Edzard II. die Manningaburg in Pewsum. Durch seine Heirat mit der Königstochter Katharina aus dem Hause Wasa von Schweden war es ihm möglich die Herrlichkeiten Pewsum/Woquard zu kaufen. Mit diesem Kauf hatte Katharina auch das Patronat über die Kirchspiel erworben. Da die Gräfin streng evangelisch-lutherisch war, setzte sie ihre Vorstellungen bei der neuen Predigerwahl durch.
- Adresse
- Karkpadd 2, 26736 Krummhörn Woquard
- Website
- www.greetsiel.de/
Bild: Maike Habben (Lizenz CC BY-SA)
Quelle: Touristik-GmbH Krummhörn-Greetsiel, Niedersachsen Hub (Lizenz CC BY-SA)