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Uttum, Lilienstraße, Uttumer Kirche

Kirche · Einzeldenkmal · Krummhörn

Romanische Backstein-Saalkirche auf rechteckigem Grundriss mit mächtigem spätgotischem Westturm von 1527. Die Längswände werden gegliedert durch teils vergrößerte, paarweise angeordnete Rundbogenfenster mit je einem vermauerten Rundbogenportal an der Nord- und Südwand. Der Ostgiebel mit ansteigender Dreifenstergruppe. Der quadratrische Turm ist im Untergeschoss mit sogenannter Specklagen-Schichtung gemauert (Wechsel von Ziegel- und Sandstein) mit großen rundbogigen Blenden. An der Nord- und Südseite jeweils ein hohes zweibahniges Fenster mit Fischblasenmaßwerk, darunter ein Portal mit geradem Sturz. Nach dem Absenken des Turmes um 1930 musste das Obergeschoß abgetragen werden, die Westwand und der obere Abschluss wurden erneuert und mit einem Pyramidendach gedeckt.
Der Innenraum hat seit 1804 eine hölzerne Segmentbogendecke, die die ursprünglichen Gewölbe ersetzt. Reste der mehrfach abgetreppten Wandvorlagen und die Schildbögen sind noch vorhanden. Zeitgleich ist das in klassizistischen Formen errichtete Portal am Ostgiebel mit dem heutigen Eingang entstanden. Das alte Chorjoch ist seit 1828 durch eine Wand vom Kirchenschiff abgetrennt, an dieser Wand ist zugleich die Orgelempore unter Verwendung von Balustersäulen des 17. Jahrhunderts angebracht worden. Die hierher versetzte, jedoch schon um 1660 entstandene Orgel ist das Werk eines unbekannten Meisters und wurde unter Verwendung von älteren Pfeifen aus dem 16. oder dem frühen 17. Jahrhunderts erbaut. Die Flügeltüren deuten auf den Groninger Orgelsstil hin.
Zur Ausstattung gehören darüber hinaus ein Bronzetaufbecken, das 1474 von Hinrik Klinghe geschaffen wurde, eine Kanzel von 1580, ein hölzerner Dreisitz mit kannelierten Pilastern von 1584 sowie sechs bemalte Totenschilde aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Chorjoch spätgotische Grabplatten des 16. Jahrhunderts sowie vier wappenhaltende spätgotische Sandsteinlöwen.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Uttum
Adresse
Lilienstraße
Gemarkung
Uttum

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)