← Alle Baudenkmäler← Alle Gemeinden← Hinte

Loppersum, Schlossstraße 4

Gulfhaus · Einzeldenkmal · Hinte

Gulfhaus, bestehend aus einem giebelständigen Vorderhaus nach Süden zur Straße und der rückwärtig firstparallel dergestalt nach rechts versetzt angebauten, höheren Gulfscheune, sodass deren stallseitige (linke) Traufseite mit der linken Vorderhaustraufseite fluchtet. Der Bestand teilweise Ergebnis einer ins Stocken geratenen denkmalpflegerischen Maßnahme der Jahre um die Jahrtausendwende, die darauf zielte, die ursprünglichen Merkmale vor allem des Vorderhauses hervorzuheben, auch zu Lasten anderer historischer Schichten.
Vorderhaus, errichtet als eingeschossiges, relativ schmales Steinhaus unter Satteldach, zweiräumiger Grundriss mit Upkammer zur Straße. Vorderes Giebeldreieck mit schmalen Sandsteinbändern; die Ortgangbildung und -aufsätze sowie die Taubeneinfluglöcher in der Giebelspitze rekonstruiert. Dabei die sekundären Schiebefenster in der westlichen Traufe und im Giebel erneuert sowie ein einbahniges Fenster mit Werksteinstürzen und Sohlbänken in der östlichen Traufseite rekonstruiert. Der Inschriftenstein mit der Datierung 1554 dürfte zwar die Bauzeit angeben, ist aber sehr wahrscheinlich an dieser Stelle sekundär verbaut und könnte aus dem Kaminsims der Upkammer stammen.
Gulfscheune, laut dendrochronologischer Datierung 1835 aus importierten Nadelhölzern errichtet, fünf Gebinde in Oberrähmzimmerung, der Rückgiebel voll abgewalmt. Im linken (westlichen) Seitenschiff vor dem ehemaligen Stall (als Wohnraum ausgebaut) Karnhaus, Küche und Querflur als Erschließung zum Steinhaus. Die wohl im Zuge dieser Baumaßnahme erfolgte zeitgemäße äußere Überformung und innere Umgestaltung des Vorderhauses wie beschrieben zurückgebaut; ebenfalls zurückgebaut die Bauphase der Zeit um 1900 mit einem kleinen Anbau zwischen Vorderhaus-Osttraufseite und Scheunenvordergiebel.
In der Brandmauer zwischen Vorderhaus und Gulfscheune der alte Rückgiebel des Steinhauses erhalten, der vom großen Scheunensteilgiebel überbaut wurde. Der Steinhausgiebel ist selbst wiederum auf einen niedrigeren Giebel aufgemauert, der zum Wohnteil eine spätmittelalterlichen, schmalen Vorgängerbaus vom Typ des Weidebauernhauses gehört haben muss. Ob dieses Gebäude erst durch die jetzige Scheune oder einen früheren Bau ersetzt wurde, lässt sich ohne archäologische Untersuchungen nicht klären. Der extrem asymmetrische Anbau der Gulfscheune dürfte mit der Kontinuität zusammenhängen, die das jetzige Stallseitenschiff mit dem alten Stallgebäude (Weidebauernhaus) verbindet.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Loppersum
Adresse
Schlossstraße 4
Gemarkung
Loppersum

ÖPNV in der Nähe

Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)