Dorstadt, Rittergut Dorstadt, Gruppe baulicher Anlagen
Das Augustiner-Chorfrauenstift zum Heiligen Kreuz wurde 1189 durch den Edelherren Arnold von Dorstadt mit Genehmigung des Hildesheimer Bischofs Adelog, seines Verwandten, gegründet. Im Laufe des 13. Jahrhunderts erwarb das Stift bedeutenden Grundbesitz, geriet jedoch schnell in Konkurrenz zum benachbarten Stift Heiningen. Mit dem Beitritt zur Windesheimer Kongregation 1465 verschärften sich die Klausurregeln für die adeligen Stiftsdamen. 1523 fiel das Stift infolge des Quedlinburger Rezesses an Braunschweig-Wolfenbüttel. Herzog Julius führte 1568 die Reformation in Dorstadt ein, doch nach der Wiedereingliederung in das Hochstift Hildesheim 1643 wurde das Stift rekatholisiert. Künftig diente die Stiftskirche am südlichen Rand des Klausurbereichs auch als Pfarrkirche für den katholischen Bevölkerungsteil des Dorfes. Nachdem ein Brand am 20. Oktober 1646 sämtliche Klostergebäude zerstört hatte, bemühten sich Domina Rebekka Fleischhauer (1642–1656), Propst Georg Gockeln (1629–1653) und deren Nachfolgerinnen um den Wiederaufbau, der 1705 vollendet war. Der damals geschaffene Gebäudebestand aus schlossartigem Wohnhaus des Propstes, Konventgebäude mit Kreuzgang, landwirtschaftlichen Nutzbauten und dreibogigem Tor ist in großen Teilen erhalten. Die Kirche fiel 1919 einem Brand zum Opfer. Ihr Westturm, der in der Folge einstürzte, war der letzte Bauteil, der auf das Mittelalter zurückging. Nach Auflösung des Stifts und Verkauf durch das Königreich Westphalen 1810 an die Familie Löbbecke wurde die Anlage zum landwirtschaftlich genutzten Rittergut. Dem Zeitgeist entsprechend wurde die Hofanlage in einen Landschaftspark eingebettet.
- Denkmalschutz-Kennung
- Gemarkung Dorstadt
- Adresse
- Rittergut
- Gemarkung
- Dorstadt
ÖPNV in der Nähe
- Dorstadt, Klosterkrug · 296 m
- Dorstadt, Oderblick · 617 m
Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)