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Ahlden (Aller), Flecken, Große Straße 1, Schloss Ahlden

Residenz ➔ Schlossgebäude · Einzeldenkmal · Ahlden (Aller), Flecken

Dreiflügeliger Komplex zweigeschossiger Bauten mit Satteldächern in roter Pfannendeckung, in Insellage auf fast quadratischem Areal an der Ortseinfahrt im Osten von Ahlden, in unmittelbarer Nähe des Brückenübergangs der Alten Leine.
Der älteste Teil der Dreiflügelanlage ist der Südflügel von 1579 (i), der unter Herzog Wilhelm dem Jüngeren zu Braunschweig-Lüneburg gebaut wurde. Es handelt sich um einen Fachwerkbau mit Backsteinausfachung auf einer Findlingsgründung. An seiner westlichen Giebelseite ist der Südflügel brückenartig im Obergeschoss mit dem (jüngeren) Hauptflügel verbunden. Die südliche Traufseite ist teilweise verbrettert, dort mit profilierten Konsolen gestaltet. An der nördlichen Traufseite (zum Hof) findet sich eine reich geschnitzte Fachwerkstruktur mit Knaggen, Füllhölzern, Riegeln, Schwellen und halbkreisförmigen Fächerrosetten unter den Fensteröffnungen im Obergeschoss, die auch farblich gefasst sind. Auf mehreren Ebenen finden sich unterschiedlich profilierte Laubstabmotive sowie gekordelte Brustriegel.
Der westliche Hauptflügel entstand 1613 (i) unter Herzog Christian zu Braunschweig-Lüneburg durch den Drosten Johann Behr. Dieser besitzt eine Sandsteinquadergründung, darüber eine hohe Sockelzone in Backstein, das Erdgeschoss in Rotstein; die Fensteröffnungen sind mit Standsteingewänden und Holzrahmungen eingefasst. Mittig angeordnet befinden sich eine korbbogige Toreinfahrt und ein Rundbogeneingang, darüber ein Sandsteinrelief, mit braunschweigisch-lüneburgischem Wappen, flankiert von den Figuren der Justitia und Pietas. Das Dach dieses Flügels ist plastisch gegliedert durch mehrfach vorkragende Giebellösungen im Norden und Süden, dabei an der Südseite teilweise verbrettert, an den Traufseite mit Schleppgauben.
Der Nordflügel wurde 1705 nach Entwurf des Baumeisters Johann Caspar Borchmann errichtet. Hierbei handelt es sich um einen Fachwerkflügel mit Backsteinausfachung und quer zum Westflügel angebauten K-Streben; auf verputzter hoher Sockelzone. Das Dach ist mit Viertelwalm getsaltet, an der südlichen Traufseite findet sich ein Dacherker und an der östlichen Giebelseite ein zweigeschossiger Erkeranbau unter Schleppdach.

Denkmalschutz-Kennung
Gemarkung Ahlden
Adresse
Große Straße 1
Gemarkung
Ahlden

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Quelle: Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalatlas Niedersachsen (Lizenz CC BY-SA)